5 geheime Orte auf Fuerteventura, die du unbedingt kennen musst

5 geheime Orte auf Fuerteventura, die du unbedingt kennen musst

Bilderbuchinsel mitten im Atlantik?

Kilometerlange Sandstrände, idyllische Fischerdörfer, karge Felslandschaften und ein türkisblaues Meer, das für Wassersportler aus aller Welt ein Paradies ist – so wird die zweitgröβte Kanareninsel mitten im Atlantik vor der Küste Marokkos meistens beschrieben.

Die genannten Eigenschaften treffen auch zu, aber Fuerteventura hat noch so viel mehr zu bieten als das. Wundervolle Orte und versteckte Plätze, die kaum bekannt sind und die sogar Einheimische manchmal nicht kennen.

Einen Vorteil hat das Ganze: Man rennt an diesen Orten nicht den üblichen Touristenherden über den Weg, sondern kann die pure Natur genieβen. Allein.

In meiner mehrjährigen Zeit auf Fuerteventura habe ich gelernt, dass es zwei Sorten von Touristen gibt: Die, die auf den ersten Blick in die Wüsteninsel verliebt sind und die, die nach der Ankunft enttäuscht feststellen, dass es dort wie auf dem Mond aussieht (Auch nach mehreren Jahren Arbeit in der Hotellerie ist es mir als Reisejunkie ein Rätsel, wie die Leute in den Urlaub fahren können, ohne eine Ahnung zu haben, wohin).

Der beliebteste Spruch der Einheimischen daher: Entweder man liebt die Insel oder man hasst sie.

Liebe auf den dritten Blick

Ich muss zugeben, dass es den Menschen, die es ehrlich meinen und die Insel wirklich kennenlernen wollen, etwas schwer gemacht wird. Fragt man Google, werden typische „Must-See“-Orte und Aussichtspunkte ausgespuckt, die jeder in einer Woche Urlaub abgehakt hat. Reiseführer empfehlen einem die gleichen sehenswerten Orte wie das Internet.

Die wirklich schönen Seiten der Insel sieht man erst auf den zweiten oder sogar dritten Blick, manchmal muss man sie sogar suchen. Und das sage ich aus eigener Erfahrung. Wir sind allerdings meist abseits des Massentourismus unterwegs und erkunden Orte immer auf eigene Faust. Gerade so findet man oft Orte, die einem sonst verborgen geblieben wären.

Wir möchten dich an unseren Entdeckungen teilhaben lassen und verraten dir 5 bezaubernde Orte auf Fuerteventura, die man als Touri nicht zu Gesicht bekommt, aber unbedingt gesehen haben sollte.

1. Barranco de los enamorados

„Schlucht der Verliebten“ – was für ein romantischer Name. Die Einheimischen von Fuerteventura – auch „Majoreros“ genannt – haben eine Vorliebe für originelle Namen. Das spiegelt sich in allen möglichen Namen wieder – ob Ortsnamen (z.B. „Casillas del Angel“ – Häusschen des Engels) oder Pflanzennamen (z.B. „lenguaperro“ – Hundezunge).

Sorry, bin abgeschweift. Zurück zum Thema: „Barrancos“ sind ausgetrocknete Flussbetten. Das „Barranco de los enamorados“ ähnelt dem Grand Canyon in Miniaturausführung. Obwohl wir grob wussten, wo wir suchen müssen, haben wir lange gebraucht, um es zu finden. Schilder oder Informationstafeln sucht man auf dieser Insel sowieso vergeblich. Aber wir wollen uns nicht beschweren. Keine Schilder = keine Menschenmassen. Der „Gelassenheit“ der Majoreros sei Dank!

Der Mini-Grand-Canyon befindet sich im Norden der Insel, ein Stück vor Corralejo mitten im Nirgendwo. Wir haben unser Auto einfach dort geparkt, wo das Navi uns den Ort vorschlug (Navi hatte keine Ahnung). Dann sind wir zu Fuβ weitermarschiert.

Hat man es erst einmal gefunden, wird man belohnt. Ein kleines Labyrinth aus Sand- und Gesteinsformationen im Grand-Canyon-Stil schlängelt sich durch die Landschaft. Wem der Weg nach Amerika zu weit ist, der sollte nach Fuerteventura kommen.

2. Verborgener „Wald“ El Pinar

Wald? Auf Fuerteventura? Sehr witzig.

Das ist die Reaktion der Leute, wenn man ihnen vom Wald El Pinar erzählt. Zugegeben, es ist weder ein Wald wie wir ihn aus Europa gewohnt sind noch ein tropischer Regenwald.

Es ist ein einfacher Pinienwald , ein bewaldeter Hügel mit Pinienbäumen. Das Magische an dem Ort kommt eigentlich erst zum Vorschein, wenn es geregnet hat. Einige Wochen später fängt die Gegend dort an zu blühen und das grüne Gras sprieβt aus dem Boden. Vorzugsweise im Winter oder Frühling.

Am Fuβ des Hügels gibt es einen wunderbaren Grillplatz mit Steingrillstellen und Picknicktischen, der vor allem im Sommer und an den Wochenenden besonders für Kindergeburtstage lautstark genutzt wird.

Im Winter hat man hier seine Ruhe und kann die Atmosphäre und Natur genieβen. Ein schmaler Wanderweg führt über den bewaldeten Hügel ins Landesinnere und belohnt mit einer atemberaubenden Aussicht und alten Steinruinen, die sich besonders gut im Sonnenuntergang fotografieren lassen.

3. Roque del Moro

Steine gibt’s auf Fuerteventura genug. Allerdings meistens ein bisschen kleiner, als der Roque del Moro. Imposant ragt er am Ende des Strandes von Cofete aus dem Wasser. Der riesige Monolith befindet sich von Cofete (typischer Touristenmagnet – allerdings sehr lohnenswert, da atemberaubender Sandstrand und toller Ausblick auf die Küste) links am Ende des insgesamt 14 km langen Strandes.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Roque del Moro zu erreichen: Zu Fuβ am Strand entlang oder mit dem Auto (vorzugsweise Jeep) bequem bis vor die Tür. Wobei bequem relativ ist, wenn man die Straβenverhältnisse in diesem Abschnitt der Insel kennt.

Da wir erstens nicht zur Fraktion der Lauffaulen gehören und zweitens auch keine stolzen Besitzer eines Jeeps sind, haben wir uns für die erste Variante entschieden.

Meiner Meinung nach auch der schönere Weg, da man viel mehr zu sehen bekommt, als mit dem Auto durch das staubige Barranco zu fahren (=Steine, Steine, Steine). Besonders die Fotografiefanatiker unter uns werden sich nicht langweilen.

Nach ungefähr einer Stunde erreicht man den Roque del Moro. Wenn man die vielen Foto- und Guck-mal-da-Pausen abzieht, schafft man das eventuell auch schneller. Aber wir hatten ja Zeit. Und Glück, denn ganz nah an den Roque del Moro kommt man nur bei Ebbe. Jedoch ist das eine ganz schöne Kletterei und man muss verdammt aufpassen, da die Steine sauglitschig sind.

Doch da Viktor in einem früheren Leben sicher mal Steinbock war und ich immerhin vom Sternzeichen Steinbock bin, kletterten und rutschten wir bis direkt zum Roque del Moro vor. Auβerdem, wenn wir schon mal da sind, dann auch richtig, dachten wir uns. Und obwohl ich schon dreimal aufgeben und umkehren wollte, haben wir es am Ende geschafft. Und wieder zurück sogar auch.

Wenn man dann vor dem Felsen steht, wirkt er noch viel gröβer als aus der Entfernung. Das Tollste war, dass durch das zurückgehende Meer viele kleine Naturpools entstanden sind und man überall zwischen den Felsen baden konnte (Tipp: Ansonsten ist Vorsicht geboten am Strand von Cofete: Es herrschen Hammerwellen und eine tückische Strömung, die schon so manch todesmutiger Schwimmer unterschätzt hat).

4. Reifenfriedhof von Puerto del Rosario

Dieser Ort gehört mit Sicherheit nicht zu den schönsten Orten der Insel, aber der Artikel heiβt auch nicht „Die schönsten Orte von Fuerteventura“, sondern „Die geheimsten Orte“ und da gehört dieser definitiv mit hinein. Und deshalb möchte ich dir den nicht vorenthalten.

Zufällig stolperten wir über eine mehrere Jahre alte Zeitungsmeldung über einen angeblichen Reifenfriedhof hinter der Inselhauptstadt Puerto del Rosario. Da erwachte der Detektiv in uns und wir wollten das mit unseren eigenen Augen sehen und mit der Kamera dokumentieren.

Das Internet machte die Recherche nicht einfacher, denn es gab so gut wie keine Informationen über den Ort sowie seine Existenz. Wahrscheinlich, weil es auch keiner wissen soll, wenn man mal das Ausmaβ betrachtet.

Trotzdem kam nach einiger Recherche nur ein Ort in Frage, wo sich die Reifendeponie befinden konnte: Auf dem Gebiet der Müllverbrennungsanlage.

Wir also los, Kamera geschnappt und hingefahren. Höflich wie wir sind, fuhren wir zuerst zum Eingang und fragten einen Herrn, der uns sofort alarmiert entgegengelaufen kam, ob wir uns die Anlage anschauen könnten. Sein Blick war groβartig, er war sehr irritiert und fragte: „Hier? Was wollt ihr denn hier anschauen? Hier ist nichts.“ Später im Auto mussten wir immer noch über sein verdutztes Gesicht lachen. Also sprachen wir ihn direkt auf die Reifendeponie an.

Seine Antwort: „Sowas gibt es hier nicht!“

Wir hakten nach, doch er beharrte darauf, dass es das früher zwar mal gab, aber jetzt schon lange nicht mehr.

Wo sollten in ein paar Jahren mehr als 30.000 Reifen hingebracht worden sein? Von einer Insel? Wir umrundeten das Areal mit einigem Abstand und siehe da, wir fanden ein paar Reifen. Von weitem konnte man es nicht sofort erkennen, es sah aus wie schwarzes Geröll und hätten wir nicht danach gesucht, hätten wir es wahrscheinlich nicht wahrgenommen.

Doch bei näherem Hinsehen und Heranzoomen mit der Kamera entpuppte sich das schwarze Geröll als Unmenge an Reifen. Versteckt hinter den Bergen und geheimgehalten durch die Mitarbeiter.

Müll ist einer der Hauptgründe für die heutigen Umweltprobleme und jeder von uns verursacht ihn. Die Reifen sind nur ein Beispiel für die unglaubliche Menge an Müll und nicht abbaubarer Materialien auf unserem Planeten.

Das soll jetzt kein Vortrag über die aktuelle Umweltsituation unserer Erde werden, doch vielleicht regt sich ja im Kopf des ein oder anderen etwas. Und wenn es nur einer ist. 🙂

5. Vega de Rio Palmas

Zum Schluss gibt’s noch was Schönes für’s Auge, damit du die Insel im Guten im Gedächtnis behältst.

Ein ganz besonders schöner Platz ist die Schlucht Vega de Rio Palmas. Im Zentrum der Insel in der Nähe der früheren Hauptstadt Betancuria gleicht sie einer Oase mitten in der Wüste.

Am Zugang (an dem sich selbstverständlich auch kein Hinweisschild befindet – ganz der alten Inseltradition treu geblieben) befindet sich zuerst ein kleiner botanischer Garten. Hat man den durchquert, gelangt man von unten in die Schlucht und hat eine Oase um sich mit Palmen, einem kleinen Wasserlauf und sandfarbenen Gesteinsblöcken.

Ein kleiner Pfad schlängelt sich den steilen Berg hinauf und führt zu einer winzigen Kapelle, die Besuchern offen steht.

Oberhalb der Schlucht befindet sich ein alter Staudamm, zu dem man auch über einen kleinen Pfad gelangt.

Mich erinnert der Ort irgendwie immer an den wilden Westen – warum weiβ ich auch nicht, aber es wirkt dort wie die künstlich angelegte Kulisse eines Filmes.

Da sich in der Schlucht meistens ein kleiner Bachlauf befindet, ist es dort auch relativ grün. Die Botaniker unter euch können viele dort heimische (endemische) Pflanzenarten bestaunen. Geologen kommen auch auf ihre Kosten. Aber das gilt generell auf der ganzen Insel.

Du hast Fuerteventura bereits erkundet und kennst auch noch einen tollen geheimen Ort, den du mit uns teilen möchtest und der unbedingt in diese Liste gehört? Immer her damit, wir sind gespannt, ob du uns etwas zeigen kannst, was wir noch nicht gefunden haben ;-).

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